Zusammenfassung Lineare Algebra (c) 2000-12-11 Fabian M.Suchanek http://suchanek.name/texts/summaries/algebra.txt Dieses ist eine Zusammenfassung der Vorlesung "Lineare Algebra", die im Wintersemester 2000 von Prof. Winfried Bruns an der Universitaet Osnabrueck gehalten wurde. Durch das Weiterlesen akzeptiert der Leser, dass der Autor keinerlei Verantwortung fuer die Richtigkeit oder Vollstaendigkeit dieser Zusammenfassung uebernimmt. Wenn jemand einen Fehler gefunden hat, so waere ich fuer eine Mail dankbar. Nur so habe auch ich etwas von der Veroeffentlichung dieser Zusammenfassung. Meine E-Mail-Adresse ist f.m.suchanek@zweb.de, wobei das 'z' aus der Adresse geloescht werden muss. Induktion: Beweis von A(n) fuer alle natuerlichen Zahlen n>=n0 Induktionsanfang: A gilt fuer n=n0 Induktionsannahme: A gilt fuer n-1 Induktionsschritt: Schluss von n-1 auf n Induktionsschluss: Damit gilt A fuer alle n Binomialkoeffizient n ueber k: Anzahl der k-elementige Teilmengen einer n-elementigen Menge n ueber k = n! / ( k! * (n-k)! ) Mengen: M > N: M ist Obermenge von N, N ist Teilmenge von M M /\ N: Schnittmenge, nur die x, die gleichzeitig in M und N sind M U N: Vereinigung, beide Mengen zusammen genommen M \ N: Komplement von N in M, M ohne N |M|: Anzahl der Elemente von M M x N: kartesisches Produkt, Menge aller moeglichen Paare M + N: Menge aller Summen m + n Abbildungen: Zuordnungsvorschrift f: Definitionsbereich D -> Wertebereich W f(x) heisst Bild von x unter f, gilt auch fuer Teilmengen von D f^-1(W')={x E D: f(x) E W'} ist das Urbild der Teilmenge W' unter f f|D':D' -> W ist die Bechraenkung von f auf D' f ist injektiv, wenn fuer verschiedene x verschiedene f(x) rauskommen f ist surjektiv, wenn der gesamte Wertebereich von f getroffen wird f ist bijektiv, wenn es sowohl injektiv als auch surjektiv ist Die Komposition von f o g ist nicht kommutativ, aber assoziativ Gruppen: Eine Verknuepfung auf einer Menge M ist eine Abbildung f: M x M -> M Eine Gruppe ist eine Menge<>0 mit einer Verknuepfung, sodass gilt: * Die Verknuepfung ist assoziativ * Sie besitzt ein neutrales Element e * Zu jedem Element existiert ein Inverses, sodass x+(-x)=e Eine Gruppe heisst abelsch, wenn die Verknuepfung auch kommutativ ist Eine Teilmenge U heisst Untergruppe, wenn * die Verknuepfung sich auf U einschraenken laesst und * U damit selbst eine Gruppe ist oder * U <> 0 und * mit x,y, E U auch x+(-y) E U Koerper: Ein Koerper ist eine Menge K mit 2 Verknuepfungen, sodass gilt * (K,+) ist eine abelsche Gruppe * (K,*) ist eine abelsche Gruppe, nur e+ hat kein Inverses * Es gelten die Distributivgesetzte Die Charakteristik "char K" ist diejenige Zahl, fuer die n*1=0 Eine Teilmenge L von K ist ein Teilkoerper von K, wenn * sich Addition und Multiplikation einschraenken lassen * L damit ein Koerper ist Dann heisst K Erweiterungskoerper von L Gelten alle Koerperbedingungen bis auf 1/x E K, so heisst K Ring Polynome: Ein Polynom ist der Ausdruck p=a(n)*X^n+...a(1)*X+a(0) n ist der Grad von p, a(n) der Leitkoeffizient Ist a(n)=1, so ist p normiert Die Menge der Polynome ueber K, K[X], ist ein Ring grad(p*q)=grad(p)+grad(q), grad(p+q)<=max(grad(p), grad(q)) Fuer f,g E K[X] ex. eind. q,r E K[X] mit f=q*g+r und grad(r)<=grad(g) Jedem Polynom p kann man eine polynomiale Funktion p(x) zuordnen x0 ist eine Nullstelle von p, wenn p(x0)=0 Ist x0 Nullstelle, so gilt p=q*(X-x0) x0 hat die Vielfachheit e, wenn e die groesste Zahl mit p=q*(X-x0)^e Fuer die Vielfachheiten der Nullstllen gilt: e(1)+...e(m)<=grad(p) Brueche von Polynomen f/g bilden einen Koerper, K(X) Komplexe Zahlen: (x1,y1)+(x2,y2)=(x1+x2,y1+y2) (x1,y1)*(x2,y2)=(x1*x2-y1*y2,x1*y2+y1*x2) Mit diesen Verknuepfungen ist C=R^2 ein Koerper e+=(0,0), e*=(1,0) -z=(-x,-y), z^-1=(x/(x^2+y^2),-y(x^2+y^2)) i:=(0,1), 1:=(1,0), i^2=-1 R ist ein Teilkoerper von C, z=x+y*i, x=Re(z), y=Im(z) Komplexe Konjugation: ~z=x-y*i Betrag von z: |z|=SQRT(z*~z)=SQRT(x^2+y^2) z*~z=x^2+y^2, ~(z+w)=~z+~w, ~(z*w)=~z*~w, z^-1=~z/|z|^2, z+~z=2*Re(z) z-~z=2*Im(z)*i, z E R <=> z=~z, ~~z=z |z*w|=|z|*|w| z=r*(cos(phi)+sin(phi)*i)=|z|*(Re(z)/|z|+Im(z)/|z|*i) z*w=|z|*|w|*(cos(phi+xi)+sin(phi+xi)*i) Es existieren n-1 "Wurzeln" einer komplexen Zahl z w^n=z <=> w(k)=r^(1/n)*(cos( (phi+2*k*pi)/n )+sin( (phi+2*k*pi)/n )*i) Quadratwurzel ziehen: Auf die Form (e+fi)^2=(a+bi) bringen, dann Realteil gleichsetzen und Imaginaerteil gleichsetzen. Die w mit w^n=1 heissen n-te Einheitswurzeln Diese w bilden gerade die Eckpunkte eines regulaeren n-Ecks Fundamentalsatz der Algebra: p=u*(X-z(1))^e(1)*...(X-z(m))^e(m) p E C[X],z(k) Nullstellen,e(k) Vielfachheiten,u Leitkoeffizient von p Ist z Nullstelle von p, so ist auch ~z Nullstelle von p p=u*(X-x(1))^e(1)*...(X-x(m))^e(m)*(X^2+v(1)*X+w(1))^s(1)*... ^s(r) wobei u Leitkoeffizient von p, X^2+v(k)*X+w(k)=(X-z(k))*(X-~z(k)), x(k) reelle Nullstellen, z(k) imaginaere Nullstellen Vektorraeume: Ein Vektorraum ueber einem Koerper K ist eine Menge V mit * der Addition V x V -> V * der Sklalarmultiplikation K x V -> V wenn gilt * (V,+) ist eine abelsche Gruppe * fuer alle a,b E K und v,w E V ist * a(ab)=(ab)v * 1v=v * a(v+w)=av+aw * (a+b)v=av+bv Die nichtleere Teilmenge U von V heisst Untervektorraum, wenn * Fuer alle u,v E U auch u+v E U * Fuer alle u E U, a E K gilt: au E U w = a(1)v(1)+...a(n)v(n) heisst Linearkombination von v(1)..v(n) L(v(1),...) ist die Menge aller mit v(1),.. darstellbaren Vektoren Einheitsvektoren: e(i)=(0,...0,1,0,...) mit der 1 an i-ter Stelle K^n=L(e(1),...e(n)) Die Vektorenmenge M ist Erzeugendensystem des UVR U, wenn gilt: U=L(M) Wenn U1,U2 < V, dann ist U1 /\ U2 UVR von V U1+U2 ist die Menge aller Summen von Vektoren u1 E U1 und u2 E U2 U1,U2 komplementaer <=> U1+U2=V, U1 /\ U2 = {0} Basen & Dimension: v(1),... linear abhaengig <=> a(1)v(1)+...=0, es ex. mind. ein a(k)<>0 v(1),.. lin.unabh. <=> Koeffizienten von w E L(v(1),..) eind. bestimmt Lineares Gleichungssystem LGS sind Zeilen der Form a(1,1)x(1)+...=b(1) Ein LGS heisst homogen, wenn b(1)=...=0 Jedes HLGS mit Unbestimmten>Gleichungen hat eine nichttriviale Loesung Fuer jedes n>m sind w(1),...w(n) E L(v(1),...v(m)) linear abhaengig Man kann in L(..) kein v(k) weglassen => v(1),... min. Erz.system Ein linear unabhaengiges Erzeugendensystem heisst Basis von V Hauptsatz der lin. Alg.: Jede Basis von V hat gleich viele Elemente Die Anzahl der Elemente der Basis von V heisst Dimension von V v(1),...v(n) maximal lin.unabh. <=> v(1),..,w lin.abh. fuer alle w E V Basis <=> minimales Erz.system <=> maximal linear unabhaengige v(k) Gelten 2 der folgenden Aussagen, so gilt die dritte: * m = dim(V) * v(1),.. v(m) erzeugt V * v(1),.. v(m) sind linear unabhaengig Basisergaenzungsssatz: w(1)..w(m) erzeugen V, v(1)..v(n) lin.unabh. => v(1)..v(n),w(1)..w(p) Basis von V, p = dim V - n Ist U UVR von V, so ist dim U <= dim V. dim U = dim V => U = V. dim(U1+U2)= dim U1 + dim U2 - dim(U1 /\ U2) Elimination: m x n-Matrix: y-Kreuz-x-Matrix, a(y,x) a(1,1)x(1)+...a(1,n)x(n)=b(1) ... a(m,1)x(1)+...a(m,n)x(n)=b(m) Bestimmung der Dimension von L(v(1),...v(m)): * v(k) waagerecht in Matrix eintragen * Matrix umformen bis zur Stufenform * Anzahl der Vektoren <> 0 ist Dimension, sie selbst sind eine Basis LGS in Matrix: * Koeffizienten in Matrix A schreiben, v[1],..v[n] Spaltenvektoren * Loesungsvektor sei b, das LGS ist damit (A,b) * Die Matrix A, ergaenzt um b ist (A|b) Loesung existiert,wenn b E L(v[1],...), d.h. L(v[1],...)=L(v[1],...,b) rang A = dim L(v[1],...v[n]) Loesung existiert, wenn rang(A|b) = rang A Loesungsmenge S von (A|0) ist ein UVR von K^n. dim S = n - rang A. Sei s' eine Loesung von (A,b) und S0 die Loesungsmenge von (A,0) => s'+S0 = { s' + s0: s0 E S0 } ist Loesungsmenge von (A,b) Loesung eines LGS: S = { s'+ t*u(1)+...:t(1),...t(n-r) E K } In einer m x n Matrix gilt: * (A,b) hat mind. eine Loesung, wenn rang A = m * (A,b) hat hoechstens eine Loesung, wenn rang A = n * (A,b) hat genau eine Loesung, wenn rang A = m = n * dim L(v(1),...v(m)) = dim L(v[1],...v[n]) = rang A Homomorphismen: Ein Homomorphismus ist eine Abbildung, die die Struktur respektiert Eine Abbildung f:V->W heisst Homomorphismus oder linear, wenn * f(v+w)=f(v)+f(w) * f(av)=af(v) f linear => f(av+bw+...)=af(v)+bf(w)+... f linear => f(0)=0 f:K^n->V, f(a,b,...)=av+bw+... ist lineare Abb., f(Koeff)=Vektor Vektor av+bw+... ist Bild, (a,b,...) ist Urbild v,w,... Basis von V => f surjektiv, da fuer alle v v=f(...) v,w,... Basis von V => f injektiv, da Koeffizienten eindeutig v,w,... Basis von V => f bijektiv Eine bijektive lineare Abbildung ist ein Isomorphismus Gibt es einen Isomorphismus zwischen V und W, so sind sie isomorph Isomorph heisst strukturaehnlich Jeder K-Vektorraum der Dimension n ist zu K^n isomorph f:U->V, g:V->W linear => (f o g):U->W linear f:U->V, g:V->W Isomorphismen => f o g Isomorphismus f linear => f^-1 linear Kern(f)={x: f(x)=0}, die Nullstellen Bild(f)=f(V), die Menge der Ergebnisse f(v)=w => f^-1(w)= v+Kern(f) = Menge der Urbilder zu w f ist injektiv <=> Kern(f)={0}, Null hat als einziges Urbild die Null Lineare Abbildung f:K^n->K^m und Matritze m x n: Die Spalten i der Matrix sind die Koordinaten von f(basisvektor(i)) bezueglich einer Basis von K^m Funktion f und ihre Matrix A bzgl. der kanonischen Basen: * Vektor x ist Loesung des LGS (A,b) <=> f(x)=b * (A,b) hat Loesg <=> b E Bild(f), b durch einen Vektor x darstellbar * Vektor x ist Loesung von (A,0) <=> f(x)=0 <=> x E Kern(f) dim Kern(f) + dim Bild(f)= dim V rang f = dim Bild(f), der Rang einer Abbildung ist die Dim. des Bildes Selbstabbildungen f:V->V heissen Endomorphismen von V Bijektive Endomorphismen heissen Automorphismen Automorphismen bilden bzgl. der Verknuepfung die Gruppe Aut V, GL(V) Ist f ein Endomorphismus, so sind aequivalent * f ist injektiv * f ist surjektiv * f ist bijektiv, d.h. f ist ein Automorphismus * dim Bild(f) = dim V, d.h. dim Kern(f)=0 Die direkte Summe V (+) W ist die Menge V x W aus (v,w)-Paerchen Mit Paar-Addition und Skalarmultiplikation ist V (+) W ein Vektorraum dim V (+) W = dim V + dim W dim Bild f o g = dim f(Bild g) <= dim Bild g Die natuerlichen Einbettungen zu V(+)W sind * i1: V->V(+)W, i1(v)=(v,0) * i2: W->V(+)W, i2(w)=(0,w) (injektiv) Die natuerlichen Projektionen zu V(+)W sind * p1: V(+)W->V, p1(v,w)=v * p2: V(+)W->W, p2(v,w)=w (surjektiv) V=U1(+)U2, wenn U1+U2=V und U1/\U2={0}, also U1,U2 komplementaer f: U1(+)U2->V, f(u1,u2)=u1+u2 Isomorphismus <=> U1(+)U2=V f: G->H ist ein Gruppenhomomorphismus, wenn f(g1+g2)=f(g1)+f(g2) f: K->L ist ein Koerperhomomorphismus, wenn * f(k1+k2)=f(k1)+f(k2) * f(k1*k2)=f(k1)*f(k2) * f(1)=1 Koerperhomomorphismen sind immer injektiv Der einzige Endomorphismus in R ist id Die Konjugation ist ein Automorphismus in C normal bijektiv f: V->W Homomorphismus Isomorphismus f: V->V Endomorphismus Automorphismus Die linearen Abbildungen bilden einen UVR von Abb(V,W): Hom(V,W) Matrizenrechnung: v(1),...v(n) Basis, v=av(1)+...: (a,b,...) Koordinatenvektor von v Ein f(v) ist durch Angabe von f(v(i)) eind. bestimmt, wenn v(i) Basis f: V->W, f(av(1)+bv(2)+..zv(n))=aw(1)+bw(2)..zw(n), also f(v(i))=w(i) * w(i) linear unabhaengig <=> f injektiv * w(i) Erzeugendensystem von W <=> f surjektiv * w(i) Basis von W <=> f bijektiv Eine Abbildung wird durch eine m x n Matrix beschrieben, sodass f(v(x))=SUM(a(y,x)w(y)) mit y=1..m, also Spaltenvektor(i) ist der Koordinatenvektor von f(v(i)) bzgl. w Ist Matrix(f)=A bzgl. der kanonischen Basen, so ist f(v)=A*v ?Ist Matrix(f)=A, Basis B im DefBer., so f(v)=A*v, v umgerechnet auf B ?Ist Matrix(f)=A, Basis B im BildBer.,so f(v)= A*v umgerechnetvon B Die m x n Matrizen bilden einen Vektorraum, M(m,n) M:Hom(V,W)->M(m,n) ordnet jedem f sein A zu, ist bijektiv Produkt zweier Matrizen: * A=(a(j,k)) n x p Matrix, also j=1..n, k=1..p * B=(b(i,j)) m x n Matrix, also i=1..m, j=1..n * Produkt ist m x p Matrix C=(c(i,k))=SUM(b(i,j)a(j,k)) mit j=1..n (in A i-te Zeile durchlaufen, in B k-te Spalte, Produkte aufaddieren) C=BA <> AB, Matrizenmultiplikation ist nicht kommutativ AB ist die Matrix von f o g, wenn Matrix(f)=A und Matrix(g)=B "Die Matrix von f" ist die Matrix von f bzgl. der kanonischen Basen "Die Abb. von A" ist die Abbildung von A bzgl. der kanonischen Basen n x n I(n) mit nur 0, dann 1 in der Diagonale heisst "Einheitsmatrix" Produktregeln fuer A&B n x p, C&D m x n, E k x m: * I(n)A=AI(p)=A * E(CA)=(EC)A * (C+D)A=CA+DA, C(A+B)=CA+CB Beweis: Rueckfuehrung auf die aequivalenten Abbildungen Ist f Abbildung von A, so ist die Matrix von f^-1 das Inverse von A Ist A n x n Matrix, dann sind aequivalent * f ist ein Automorphismus * rang A = n * es existiert eine n x n Matrix A^-1 mit AA^-1=A^-1A=I(n) (Inverses) Will man AB=I(n) loesen (B=A^-1), so erfuellen die Spalten j von B (A,e(j)) ---> simultan arbeiten: (A,I(n)) loesen, B ist rechte Seite Determinanten: Die Determinante eines 2-2-LGS (ax+by=u,cx+dy=v) ist ad-bc Die Det. eines 3-3-LGS ist die Summe aller Diagonalprodukte, "\"-"/" A(i) ist diejenige (n-1)x(n-1) Matrix, die durch Streichen der ersten Spalte und der i-ten Zeile von A entsteht det A = a, wenn n=1 und damit A=(a) det A = SUM( (-1)^(i+1)*a(i,1)*det A(i) ) fuer i=1..n, wenn n>1 det A = a(1,1)*det A(1) - a(2,1)*det A(2) + a(3,1)*det A(3)... det A=SUM( (-1)^(p+q)*a(p,q)*det A(p,q) ) fuer p=1..n (Spaltenentw.) det A=SUM( (-1)^(p+q)*a(p,q)*det A(p,q) ) fuer q=1..n (Zeilenentw.) det ist linear in jeder Zeile: det(u,v+v',w)=det(u,v,w)+det(u,v',w) det(u,av,w)=a*det(u,v,w), v,v,w Zeilenvektoren der Matrix det ist auch linear in jeder Spalte det I(n)=1 Ist einer der Zeilen der Matrix der Nullvektor, so ist det(A)=0 Stimmen 2 Zeilen der Matrix ueberein, so ist det(A)=0 det A<>0 <=> rang A=n Bei Vertauschung zweier Zeilen wechselt det das Vorzeichen det aendert sich nicht bei elementaren Zeilenumformungen (vneu=v+aw) Ist A eine obere Dreiecksmatrix, so ist det A das \-Diagonalprodukt Eine Funktion d:M(n,n)->K ist eine Determinantenfunktion, wenn gilt * d ist linear in jeder Zeile * wenn A zwei gleiche Zeilen besitzt, ist d(A)=0 d(A)=det A*d(I(n)) fuer alle Determinantenfunktionen d AT ist die Transponierte der Matrix A (an der \-Diagonalen gespiegelt) det AT = det A det AB = (det A)*(det B) det A^-1=(det A)^-1 (A invertierbar <=> rang A=n <=> det A <>0) A^-1 = B/det A, wobei b(i,j)=(-1)^(i+j)*det A(j,i) Cramersche Regel: x(i)=det B(i)/det A, i=1..n sind alle Loesungen eines LGS (A,b), wobei: B(i)=A, i-te Spalte durch b ersetzt Jede Permutation p hat einen Endomorphismus f: f(e(i))=e(p(i)) Jede Permutation p hat eine Matrix: I(n) so permutiert, wie p angibt Das Signum einer Permutation p ist d(p)=det A, wenn A p's Matrix ist Das Signum einer Permutation ist entweder -1 oder 1 Fuer alle Permutationen p und r ist d(p o r)=d(p)*d(r) Eine Transposition ist eine Permutation, die nur 2 Elemente vertauscht Fuer jede Transposition t ist d(t)=-1 Jede Permutation ist eine Kombination von Transpositionen Eine Permutation p mit d(p)=1 heisst gerade, eine mit d(p)=-1 ungerade Skalarprodukte: Eine Abbildung s:V x V -> K heisst Sesquilinearform (SLF), wenn gilt: * sie ist in der 1. Komponente linear * sie ist in der 2. Komponente linear, nur s(v,aw)=~as(v,w) Eine SLF s heisst hermitesch (HSLF), wenn s(v,w)=~s(w,v) Ist s:R x R->R, so heisst s Bilinearform Eine Bilinearform ist "symmetrisch": s(v,w)=s(w,v) Eine HSLF heisst positiv definit (Skalarprodukt), wenn s(v,v)>0 Eine HSLF heisst positiv/negativ [semi]definit, wenn s(v,v)>/<[=]0 StdSkalarprodukt in R: s(v,w)=SUM(v(i)*w(i)) StdSkalarprodukt in C: s(v,w)=SUM(v(i)*~w(i)) Ist s eine HSLF, so ist Q(v)=s(v,v) ihre quadratische Form Stimmen von zwei HSLF die quadratischen Formen ueberein, so sind sie = b Basis => s(v,w) = s(SUM(vi*bi),SUM(wj*bj)) = SUM(vi*SUM(wj*s(bi,bj)) n x n Matrix aus s(b(i),b(j)) heisst Gramsche Matrix G bzgl. b s(v,w) = (v(1),...)*G*(w(1),...), die w(i) senkrecht geschrieben Matrix U des Uebergangs von Basis1->Basis2: Spalte(i)=b1(i) bzgl. b2 Oben rein: Koordv. bzgl. Basis1; Rechts raus: Koordv. bzgl. Basis2 U*(Koordv bzgl. Basis1 senkrecht)=(Koordv bzgl. Basis2 senkrecht) (Koordv bzgl. Basis1 waagerecht)*UT=(Koordv. bzgl. Basis2 waager.) G fuer neue Basen: Gneu=UT*G*~U (U Uebergangsmatrix neu->alt (!)) A und B heissen kongruent, wenn es M gibt, sodass B=MT*A*~M A und B kongruent <=> dieselbe SLF mit unterschiedl. Basen Eine Matrix heisst hermitesch, wenn AT=~A, also s hermitesch Eine Matrix heisst symmetrisch, wenn AT=A, also s symmetrisch Eine Matrix heisst positiv/negativ [semi]definit, wenn s(v,v)>/<[=]0 Eine Matrix ist positiv definit, wenn det Aixi > 0 fuer i=1..n v und w heissen orthogonal, wenn s(v,w)=0 SX={v E V: v senkrecht auf w fuer alle w E S}. SX ist UVR von V R^n mit Skalarprodukt heisst euklidischer, C^n unitaerer Vektorraum Eine Basis mit s(v(i),v(j))=0 fuer alle i<>j heisst Orthogonalbasis Orthonormalbasis (ONB): Orthogonalbasis mit s(v(i),v(i))=1 fuer alle i Konstruktion einer Orthonormalbasis w1,... zu einer Basis v1,...: w1=s(v1,v1)^-0.5*v1; wj'=vj-s(vj,w1)*w1-...-s(vj,w(j-1))*w(j-1) wj=s(wj',wj')^-0.5*wj' V = U (+) UX, U = (UX)X, U1 < U2 <=> U2X < U1X <=> U1=U2 v(1).. ONB von U, w(1).. ONB von UX => v(1)..,w(1).. ONB von V Orthogonale Projektion auf U: pU:V->U, Kern pU=UX, pU(u)=u fuer u E U pU(v)=s(v,w1)*w1+...+s(v,wr)*wr wenn w1..wr ONB von U, ist linear Norm von v, Laenge von v: ||v||:=SQRT(s(v,v)) Cauchy-Schwarzsche Ungleichung: |s(v,w)| < ||v||*||w|| ||v||>=0, ||v||=0 <=> v=0 ||rv||=|r|*||v|| fuer alle r E K und v E V ||v+w|| <= ||v||+||w|| (Dreiecksungleichung) Der Abstand von v und w ist d(v,w):=||v-w|| d(v,w)>=0; d(v,w)=0 <=> v=w; d(v,w)=d(w,v) d(v,w)<=d(v,u)+d(u,w) (Dreiecksungleicung) d(v+u,w+u)=d(v,w) (Translationsinvarianz) d(rv,rw)=|r|*d(v,w) (Homogenitaet) Ist p:V->U orth. Projektion, so ist d(v,u)>d(v,p(v)) (min. Abstand) Eine lin. Abb. heisst Isometrie, wenn gilt: d(f(v),f(w))=d(v,w) Wenn V,W euklidische VR und f:V->W eine lin. Abb., so sind aequivalent * f ist eine Isometrie (abstandsgetreue Abbildung) * fuer alle v E V ist ||f(v)||=||v|| * fuer alle v,w E V ist s(v,w)=s(f(v),f(w)) Sind f und g Isometrien, so sind es auch f o g und f^-1 Kongruenzabbildungen g sind fast Isometrien: g(v)=f(v)+g(0), f Isom. Ist V ein euklidischer VR und v(1)..v(n) eine ONB, so sind aequivalent * f ist eine Isometrie * f(v(1)),..f(v(n)) bilden eine ONB * Fuer Matrix A von f bzgl. v(1),..v(n) gilt: AT*~A=I(n)=A*~AT (Inv.!) Fuer nxn-Matritzen A ueber K ist aequivalent: * A heisst orthogonal (wenn K=R) bzw. unitaer (wenn K=C) * AT*~A=I(n), also A hat Rang n und A^-1=~AT * Die Spalten bilden eine ONB von K^n bzgl. des StdSkalarprodukts * Alles obige gilt auch fuer AT (insbesondere AT^-1=~A) Fuer jede unitaere Matrix A ist det A=+1 oder det A=-1 Die unitaeren Matritzen bilden eine Untergruppe der invbaren Matritzen winkel(v,w)=arccos(s(v,w)/(||v||*||w||)) Das Normalformenproblem fuer Endomorphismen: Die Gramsche Matrix bei Orthogonalbasen ist eine Diagonalmatrix Es existieren Basen w(1),..w(m) von W und v(1),..v(n) von V, sodass die Matrix einer lin.Abb. f:V->W I(r) ist, r=Rang f, Rest Nullen